Leidenschaften von schlimmen Menschen …

April 2nd, 2012

Bisher habe ich mich in Sicherheit gewiegt und gedacht “Zum Glück gehöre ich nicht zu diesen Menschen die ständig andere Menschen umbringen”. Denn ich gehe grundsätzlich allen Eventualitäten aus dem Weg:

  • Ich bin kein Killerspiel-Spieler (ok … World of Warcraft habe ich mal gespielt aber ich habe die Horde NIE gemocht, das schwöre ich!!)
  • Ich bin auch niemand der sich gern Kostüme schneidert und sich darin fotografieren lässt (ok … das Faschingskostüm als kleines Kind war die Schuld meiner Mutter, ich wollte das NIE!!)
  • Ich bin auch kein Rollenspiel-Spieler (ok … der eine Gast-Auftritt beim LARP “Vampire” war ein Ausrutscher und ich habe es NICHT genossen!!)

Nun aber …. ich muss es sagen … es hat mich eiskalt erwischt und ich bin nicht sicher ob ich mag, was aus mir geworden ist … ich lese zur Zeit das Comic “Death Note” und finde es ganz großartig! Ich bin bereits bei Band 3 von 6 (die Sonderedition der “Black Edition”) und ich werde es auch garantiert zu Ende lesen!

Warum ist das schlimm? Das weiß doch mittlerweile jeder Bauarbeiter und Pseudo-Intellektuelle, denn die Bild-Zeitung schreibt in ihrem Online-Ableger über den mutmaßlichen Mörder des 11-jährigen Mädchens aus Emden:

In seinem letzten Facebook-Eintrag schrieb [der Verdächtige] Freitagnacht, nur Stunden vor seiner Festnahme: „werde mir nun alle Folgen ,Death Note‘ ansehen“. „Death Note“ ist eine Serie über einen Mann, der Menschen tötet, indem er ihren Namen in ein „magisches Buch“ einträgt.

Vermutlich werde ich mir wenn ich die Bücher gelesen habe gleich morgen einen Therapeuten suchen um meine zukünftigen Schandtaten bereuen verhindern zu können!

PS: Bei dem Mann der Menschen tötet, handelt es sich um einen Studenten, der das Notizbuch eines Shinigami (Gott des Todes) findet und mit dessen Hilfe Kriminellen den Garaus macht. Er möchte aus der Welt einen besseren Ort machen. Aber das sind ja alles nur Kleinigkeiten.

Das Päckchen

Dezember 19th, 2011

Eigentlich konnte man nicht sagen, dass sie es von langer Hand geplant hatte. Es war eher ein kurzer Gedanken, ein Wunsch und Traum zugleich. Genau genommen hatte sie es im Internet gefunden, als sie auf der Suche nach etwas war, das all ihre Gelüste mit einem Streich stillen würde. Menschen die nicht IT-affin waren, hätten es in einem Laden erstanden, aus dem sie dann mit unauffällig braunen Plastiktüten und gesenktem Blick wieder in den Abend entschlüpften.

Dank heutiger logistischer  Möglichkeiten kam das Päckchen schon einen Tag später bei ihr an und sie nahm es – obwohl sie allein war – auf leisen Sohlen mit in ihr Zimmer. Sie hatte sich geschworen dieses eine Mal in ihrem Leben mutig zu sein und ihre Wünsche zu äußern und auch durchzusetzen. Sie war sich ihrer Sache sicher, dass sie ihn zwar überrumpeln würde, er sie aber dennoch nicht abweisen würde. Seit sie mit ihm zusammen gezogen war, wollte sie mehr von ihm als nur das alltägliche Grüßen und Plaudern. Auch wenn sie nur eine einfache Wohngemeinschaft bildeten, fühlte sie doch, dass etwas sie verband. Der Blick, den sie manchmal von ihm empfing, ließ ihr Herz hüpfen und nicht nur das. Auch andere Wünsche regten sich plötzlich in ihr. Sie wollte begehren und begehrt werden.

Mit bebendem Herzen öffnete sie das Päckchen und nahm das Erworbene heraus und schaute auf die Uhr … es war erst 16 Uhr, sie würde sich noch eine zeitlang gedulden müssen bis er nach Hause kam. Nichtsahnend von ihren schelmischen und frivol-verdorbenen Gedanken.

Eine Stunde später hörte sie die Wohnungstür und gleich darauf sein fröhliches und unbeschwertes “Hallo, ich bin’s!”

Wie jeden Tag kochte er eine Kleinigkeit und fragte sie wie immer, ob sie ihm Gesellschaft leisten wollte, doch dieses mal lehnte sie ab, denn sie musste sich vorbereiten. Alles musste perfekt sein, nichts durfte schief gehen oder dem Zufall überlassen werden. Duschen, ölen, Unterwäsche, dezentes Parfum und dann … ihr Päckcheninhalt.

Gegen 21 Uhr ging er in sein Zimmer, sie hörte ihn noch eine kleine Weile am Schreibtisch sitzen und für seinen nächsten Arbeitstag einige Dinge erledigen. Dann – wie jeden Abend – hörte sie die Musik, die er immer zum Einschlafen laufen ließ. Leichter, stimmungsvoller Jazz der beruhigend und doch in gewisser Weise auch anziehend auf sie wirkte. Das war ihr Stichwort.

Ganz leise verließ sie ihr Zimmer, schlich an seine Zimmertür und drückte langsam die Klinke nach unten. Vorsichtig steckte sie ihren Kopf durch den Türspalt und schaute in sein überraschtes und fragendes Gesicht. Bevor er reagieren konnte, trat sie ein, so dass er sie vollends sehen konnte und sagte mit einer Stimme die keinen Widerspruch zuließ: “Hallo George, du hast da was spannendes mit dem ich spielen möchte … und ich habe hier … Schokolade … lass uns zusammen Spaß haben!”

Danke (Erinn)

Oktober 17th, 2011

Er liebt die Art wie sie wohlig erzittert wenn seine Hände ihren Rücken herab wandern. Den Duft ihrer Haut, ihrer Haare. Sie zu spüren mit seinen Fingern ihren Körper Zentimeter für Zentimeter zu erkunden.
Es ist Magie die ihn umhüllt, ein Zauber der Besitz von Ihm ergreift. Ihre Augen leuchten wenn Sie ihn ansieht, ein Gedanke durchzuckt ihn – er ist zu Hause.
Seine Hände wandern ihre Beine hinauf, sie streicheln ihre Waden, ihre Oberschenkel, sie umschließen ihre Hüften. Er küsst zärtlich ihren Bauch während seine Hände über ihre Arme fahren. Sein Oberkörper streicht behutsam über ihre Lust, sie streckt sich ihm entgegen, seufzt und schließt die Augen. Er verharrt einen Moment und schaut sie an. Dies sind die Momente die er so liebt, sehnsüchtig vermisst, lange, schon lange bevor sie vorbei sind. Wie sie daliegt, die Lippen leicht geöffnet die Wangen gerötet, die Poesie des Augenblickes, wenn sie ihre Augen wieder öffnet. Dieser Glanz wie ein klarer Bergsee in dem Feen ihre Zauberfunken horten.
Jede Sekunde mit ihr ist eine Ewigkeit. Eine Ewigkeit die er für immer festhalten will. Die aber trotzdem (oder deswegen?) zu schnell schwindet um sich im Strudel der Zeit zu verlieren.
Der Augenblick ist für immer vorbei.
Die Erinnerung für immer gefangen in seinem Herzen.

Verlust

Oktober 4th, 2011

Die Angst vor Verlust beschäftigt so viele Menschen, die meisten denken nur von Zeit zu Zeit daran, bekommen für einen Moment ein unbestimmbar starkes Herzklopfen, dass man meint es beherrscht den gesamten Körper und gebe von nun an den Takt des Lebens an. Doch so schnell wie sie gekommen ist, diese Angst, so schnell ist sie dann auch schon wieder fort, als wäre nichts gewesen. Zurück bleibt nur ein fahler Nachgeschmack und das untrügliche Gefühl für wenige prägende Sekunden das einsamste Wesen auf Gottes Erden gewesen zu sein.
Andere aber lassen sich von diesem Gefühl leiten, legen es nicht ab. Es bestimmt ihr Wesen und ihr Handeln, es verfolgt sie Tag und Nacht, sie können nicht richtig schlafen, denn die Dunkelheit ihrer Träume ist die Nahrung ihrer eigenen Angst. In einer Beziehung provozieren sie bewusst Streit aus dem paradoxen Gedanken heraus, dadurch zu beweisen nicht allein zu sein, denn nach Regen folgt Sonnenschein und auf Trauer folgt Freude.
Sara war so ein Mensch. Sie blieb nachts immer sehr lange auf, blieb dabei immer in der Nähe ihrer derzeitigen Bekanntschaft, die in der Regel alle halbe Jahre wechselte. Einmal um todmüde ins Bett zu fallen und sich nicht an die Träume zu erinnern, die auf sie niederprasselten sobald sie die Augen schloss, und zum anderen in der Hoffnung sie würde nicht allein ins Bett gehen. Meist aber war sie so müde, dass sie am Ende den Wettlauf mit der Zeit und ihrer eigenen Geduld aufgab und voraus ging. Aber wie immer schlief Sara nicht sofort ein, sondern blieb trotz ihrer Müdigkeit noch lange wach, gedankenvoll und traurig. Statt ihre Beziehung zu genießen, wurde sie allein von den Gedanken beherrscht woran es wohl scheitern würde und wie lange sie ihn noch um sich haben würde. Ja, manchmal schloss sie sogar Wetten mit sich ab. Neugierig wie es weitergeht? »

Fingerspitzen

September 25th, 2011

Versprich mir, dass du dich nicht wehrst.
Deine Handgelenke sind weich, die zarten Hände ein wenig feucht. Ich weiß, du bist aufgeregt. Dein Armband sitzt nicht zu fest, aber abnehmen kannst du es nun auch nicht mehr.
Du sitzt auf dem Bett und hast nur soviel Bewegungsfreiheit, wie es der Bettpfosten zulässt. Langsam drehe ich mich vor dir, damit du mich sehen kannst von allen Seiten. Meine Hände bewegen sich an meinem Körper langsam auf und ab, ergreifen das T-Shirt und streifen es mir über den Kopf. Was darunter zum Vorschein kommt blitzt schwarz durch das weiche Hemd.
Ich komme auf dich zu, berühre sacht deine Fingerspitzen, die mehr greifen möchten, aber der Weg ist zu weit, obwohl ich dir so nah bin, dass du meinen Duft in dir aufnehmen kannst. Vorsichtig setze ich mich auf deine Oberschenkel und mein Busen berührt sanft deinen Oberkörper. Neugierig wie es weitergeht? »

Magie

September 13th, 2011

Neulich sah ich aus dem Fenster und blickte in die Nacht. Dabei stellte ich mir eine Situation vor und träumte.
(Everything I said, will I meant it in my heart, ,cause if I die tonight, would you hold my hand and would you understand?)
Ich sah zwei Menschen auf einer grünbewachsenen Klippe stehen; hinter ihnen eine Kirche, vor ihnen das Meer, über ihnen der Himmel. Es war wolkig und die Sonne hatte sich schon vor einer geraumen Zeit verabschiedet. Der Wind wehte stark, aber es war nicht kalt. Der Anblick dieser zwei Seelen vertrieb jedes noch so kleine Quäntchen Kälte.
Sie standen sich gegenüber; ihr Blick glitt über die Wellen, als suche sie nach etwas, vielleicht einer Antwort oder einem Zeichen, ob das, was sie tat, richtig war. Er streichelte ihr Haar. Niemand sagte etwas, aber dennoch erfolgte zwischen ihnen ein Gespräch für die Dauer eines Atemzuges. Während er – sprach – lief ihr ein wohliger Schauer über den Rücken und sie wünschte sich, dass er – weitersprechen – möge. Er blickte auf sie, atmete den Duft ihres Haares und wünschte sich,
(hold it on, that‘s what I do since I met you and it won‘t be long; would you notice if I left you?)
dass sie ihn nicht wegstoßen möge, aus Angst er könnte den Weg zu ihrem Herzen finden. Und mit der unendlichsten Zärtlichkeit, der sie je in ihrem Leben begegnete, legte er die Arme um sie, sanft, ganz sanft und sie umfing seinen Nacken und sie berührten einander. In diesem Moment geschah etwas mit ihr, vor dem sie sich schon seit Langem fürchtete und es deshalb stets zu unterdrücken versuchte – sie wusste, wo sie hingehörte. Neugierig wie es weitergeht? »

Kirche

September 5th, 2011

Am Rand der Klippe stehend, sieht sie in die Nacht und weint. Der Wind weht um ihren dunkelgrünen Samtumhang, den sie sich umgehangen hatte, bevor sie aus ihrem Haus trat und ans Meer ging. Als er sieht, wie sie die Kapuze absetzt und somit den Blick auf ihr blondgelocktes Haar freigibt, kommt in ihm das Bild einer Blütenknospe auf, die, wenn sie sich entfaltet als wunderschönste aller Blumen erblüht.
Scheinbar spielend bläst der Wind durch ihr Haar und sie wieder ordnend führt sie gedankenverloren mit den Fingern durch ihre Locken. Mit verträumten Blick schaut sie auf das Meer vor sich.
(I haven‘t asked for so much)
Eine Träne rollt ihre Wange hinab, hinterlässt eine kalte Spur der Sehnsucht. Wie hatte sie sich auf diesen Augenblick gefreut. Jetzt endlich steht sie hier. Alleine zwar, doch das stört sie nicht.
(Something has left my life and I don‘t know where it went to)
Langsam breitet sie ihre Arme aus und wiegt sich im Wind, als würde sie durch die Lüfte gleiten und könnte über den Ozean davon fliegen. Sie weiß, ihre Zeit hier ist endlich -noch-, aber heute ist sie ihre eigene Prinzessin und setzt sich selbst Gesetze. Wie konnte sie es so lange aushalten, ohne auch nur einmal einen Fuß in diese wundervolle Welt Neugierig wie es weitergeht? »

Seide

August 31st, 2011

Sie sieht aus dem Fenster, als er zur Tür hereinkommt. Wie angewurzelt bleibt er stehen, als er sie erblickt und sich gleichzeitig ein Gefühl von erstaunlichem Verlangen in ihm auszubreiten beginnt. Schnell schließt er seine Augen und genießt das Gefühl des bloßen Wissens ob ihrer Anwesenheit.
Sie bemerkt nicht, wie er dort steht und tief einatmet, als wolle er ihren Duft in sich aufnehmen und die Erinnerung daran für immer im Gedächtnis behalten. Draußen ist es bereits dunkel und am Himmel kann man den Mond sehen, wie er hell leuchtend mit einem weiten Hof den Schlaf der Menschen behütet.
Er stellt sich hinter sie, aber sie rührt sich nicht. Mit seiner Hand führt er sehr vorsichtig über ihren Rücken, so als hätte er Angst diesen Augenblick durch eine unbedachte Handlung zu zerstören. Aufgestützt auf dem Fensterbrett schmiegt sie sich scheinbar träumend in ihre Arme. Ganz leicht, fast wie ein Windhauch, berührt er ihr Haar. Sie verspürt diese Berührung bis tief in ihre Kopfhaut und windet sich unter diesem wohligen Anflug. Sanft fasst er sie bei den Schultern und dreht sie zu sich. Sie schaut ihn an und versucht in seinen Augen etwas zu erkennen, das sie an ihn erinnert, doch da ist nichts. Neugierig wie es weitergeht? »